
PHTLS® entstand auf der Basis des bereits 1980 aufgestellten ATLS®-Konzeptes. In Deutschland wurde ATLS® 2003 durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) eingeführt. ATLS® ist das System für die frühe klinische Versorgung von Traumapatienten. Entwickelt hat es das American College of Surgeons (ACS). PHTLS® ist die präklinische Variante, ein Konzept, gemeinsam entworfen von der National Association of Emergency Medical Technichians (NAEMT) und dem Committee on Trauma (CoT) des ACS. Im Mutterland des Systems steht also der Berufsverband Pate für die Entstehung und Verbreitung von PHTLS.
In Deutschland ist das ebenso. Das deutsche Leitungsgremium (Board) des internationalen Traumaversorgungssystems PHTLS® ist dem Deutschen Berufsverband Rettungsdienst e.V. (DBRD) angegliedert. Es konstituierte sich am 2. Juli 2007 im Frankfurter Airport Conference Center. Einbezogen wurden weiterhin die DGU und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Experten und geladene Gäste aus dem In- und Ausland, die der Gründungsveranstaltung beiwohnten, äußerten ihre Hoffnung, dass die Implementierung des Systems die Qualität der traumatologischen Notfallversorgung in Deutschland deutlich zu verbessern hilft. Für dieses hohe Ziel erscheint das Ausbildungskonzept PHTLS bestens gewappnet. „Wir achteten strikt darauf, dass die Zusammensetzung des Boards unser gemeinsames Ziel widerspiegelt", so der Vorsitzende (Chairman) von PHTLS Deutschland, Bernhard Gliwitzky, der gleichzeitig auch Vorstandsmitglied des DBRD ist. „Wir wollten ein nachgewiesenermaßen erfolgreiches und universelles System in Deutschland auf den Weg bringen, das sowohl von ärztlichen Mitarbeitern, wie auch von Rettungsassistenten geleitet wird und auch angewendet werden kann." Und so finden sich auch im National Board zu gleichen Teilen Rettungsdienstmitarbeiter und Ärzte, beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der Bundeswehr und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wieder.
PHTLS®-Kurse gehen über die Vermittlung von Einzelmaßnahmen hinaus. Entwickelt wurde vielmehr ein optimiertes Konzept für die Versorgung von Traumapatienten. Alle an der Rettung Beteiligten handeln im Team, jeder im Rahmen seiner fachlichen und sozialen Kompetenzen. Die Kurse dauern zwei Tage. Das Verhältnis von theoretischem Wissen zu praxisnahen Übungen ist in etwa gleich.
Der Providerkurs endet mit einer praktischen sowie einer schriftlichen Leistungskontrolle. Werden die geforderten Leistungen erbracht, erhalten die Teilnehmer ein international anerkanntes, vier Jahre gültiges Zertifikat. Der Kurs ist als ärztliche Fortbildung mit 24 CME-Punkten bei der Ärztekammer Rheinland-Pfalz anerkannt.
In der Kursgebühr von 550€ sind neben dem Buch und der Zertifizierung alle Seminargetränke, das Mittagessen sowie ein gemeinsames Abendessen mit allen Instruktoren und Teilnehmern enthalten.
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